Schwankende Kakaopreise und geringes Einkommen der KleinproduzentInnen

Anteil an der globalen Wertschöpfung

Die Schokoladenherstellung ist ein florierendes Geschäft, mit dem große Unternehmen hohe Umsätze erwirtschaften. 2012 lag der Nettoumsatz der Schokoladenindustrie bei 80 Milliarden US-Dollar, bis 2014 soll er auf 88 Milliarden US-Dollar ansteigen.

In der globalen Wertschöpfungskette wird das meiste Geld erwirtschaftet, nachdem die Kakaobohnen den Globalen Norden erreicht haben. Gleichzeitig müssen viele Kakaobäuerinnen und –bauern und ihre Arbeitskräfte im Globalen Süden mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag auskommen, was ein Leben unter der Armutsgrenze bedeutet.

Kakaobäuerinnen und –bauern erhalten in etwa 6% des Preises, den die KonsumentInnen bei uns in Deutschland für eine Tafel Schokolade ausgeben. In den 80er-Jahren war ihr Anteil noch fast dreimal so hoch, nämlich bei 16%. 

Niedrige und unsichere Kakaopreise

Während die Umsätze der Schokoladenfirmen seit den 80-er Jahren sehr schnell anstiegen, fiel der inflationsbereinigte Preis für Kakaobohnen bis auf die Hälfte ab.

Ein weiterer Teil des Problems ist, dass Kakaobäuerinnen und –bauern nur einen Teil des Weltmarktpreises für Kakao bekommen, was auf lokale Handelsstrukturen, Steuern und auch die Qualität der Bohnen zurückzuführen ist. Zum Beispiel erlangten Kakaobäuerinnen und –bauern in der Elfenbeinküste in den letzten 10 Jahren nur zwischen 40% und 50% des Weltmarktpreises.

 

Schwankene Kakaopreise

Neben dem Preisverfall sorgen zusätzlich starke Preisschwankungen für eine geringe Planungs- und Einkommenssicherheit der Bauern und Bäuerinnen. Ernteausfälle durch Krankheits- oder Schädlingsbefall, widrige Witterungsumstände oder politische Unruhen in den Anbaugebieten sorgen immer wieder für eine Verunsicherung der Märkte und führen zu unvorhergesehenen und abrupten Preisschwankungen. Doch auch Spekulanten und zahlreiche Hedgefonds stürzen sich auf den Kakaohandel und machen gezielt Geschäfte mit wechselnden Kakaopreisen. Während die volatile Preisentwicklung im Kakaohandel für die Kleinbäuerinnen und -bauern ein existenzielles Desaster bedeutet,  können HändlerInnen die Kakaobohnen einlagern, um sie bei guter Marktlage zu verkaufen. Hingegen sind die Kakaobauern und -bäuerinnen im Süden aufgrund mangelnder Lagerkapazitäten gezwungen, ihre Ware nach der Ernte sofort und zu den diktierten Preisen zu verkaufen.

 

Niedriges Einkommen – gravierende Folgen

Die Folgen von Preisschwankungen und insgesamt eher niedrigen Preisen in Kombination mit steigenden Produktionskosten sind wirtschaftliche Unsicherheit und die Verarmung von Millionen von Kakaobauern und –bäuerinnen. Obwohl eine steigende Nachfrage für Kakao um fast 20% für die kommenden Jahre vorausgesagt wird und somit steigende Einnahmen für Schokoladenunternehmen, können jetzt im Moment aber viele Kakaobauern und –bäuerinnen ihre Lebenshaltungs- und Produktionskosten nicht mehr decken. Mit ihrem begrenzten Einkommen und dem Fehlen von Informationen über Marktentwicklungen, sind die Kakaobauern und –bäuerinnen und ihre Familien die VerliererInnen des ansonsten lukrativen Kakao- und Schokoladensektors.

 

Photo Credit: Christina Schröder, Ghana 2010