Kakaoproduktion: ein Überblick

 

Wo kommt der Kakao her?

Es ist die wichtigste Zutat für unsere Schokolade: der Kakao.

Kakao wird aus den Samen (Kakaobohnen) der Kakaofrucht (Kakaoschote) gewonnen, die auf Kakaobäumen wächst. Die Kakaoproduktion beginnt in tropischen Regionen rund um den Äquator, die für die Kakaobäume das passende Klima bieten. 70% der Kakaobohnen kommen aus vier westafrikanischen Ländern: Cote d’Ivoire, Ghana, Nigeria und Kamerun. Die bei Weitem größten kakaoanbauenden Länder sind Cote d’Ivoire und Ghana: sie bauen mehr als die Hälfte des weltweiten Kakaos an. Es folgen als nächstgrößte Anbauländer Indonesien, Nigeria, Kamerun, Brasilien und Ecuador.Kakaobohnen mit Hand

Kakao wird zu 90% in Kleinstbetrieben mit 1-5 Hektar Land angebaut, wohingegen nur 5% von großen Plantagen mit über 40 Hektar stammen. Der Kakaoanbau sichert den Lebensunterhalt für 40 bis 50 Mio. Kleinbauern, Arbeitskräfte und ihre Familien im Globalen Süden. In manchen westafrikanischen Ländern hängen bis zu 90% der Bäuerinnen und Bauern von Kakao als Haupteinnahmequelle ab.

Von der Bohne bis zur Schokolade

Der Kakaoanbau ist sehr arbeitsintensiv und beruht auf Handarbeit, und er erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit, Pflege und Ernte. Der Kakaobaum blüht das ganze Jahr hindurch, und entwickelt somit auch ständig Früchte. An ihm wachsen die großen Kakaoschoten, die mit Macheten oder Stöcken von den Bäumen geschlagen werden. Jede Kakaoschote enthält circa 20-30 Samen die von einem süßen weißen Fruchtfleisch umgeben sind – dies sind die Kakaobohnen. Es braucht eine ganze Jahresernte eines Baumes um ein halbes Kilo Kakao zu produzieren. Da die Schoten eben nicht alle zur gleichen Zeit reif sind müssen die Bäume ständig beobachtet werden. Kakao ist eine sehr empfindliche Pflanze, die schnell auf Wetterveränderungen reagiert und anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Nachdem die reifen Schoten geerntet wurden, werden sie mit Macheten geöffnet und die Bohnen herausgepuhlt. Die Kakaobohnen müssen anschließend noch fermentiert, gewaschen, getrocknet und in Säcke verpackt werden. Dann sind sie fertig zum Weiterverkauf an die Zwischenhändler.

Zwischenhändler kaufen die Säcke mit den rohen Kakaobohnen und verkaufen sie an Exporteure. Nachdem die Kakaobohnen bei den Vermahlungsunternehmen im globalen Norden ankommen, werden sie weiterverarbeitet. Die Bohnen werden zerstoßen und die Hüllen entfernt, geröstet und schließlich gemahlen. Das Ergebnis – Kakaomasse – wird zur Herstellung von Schokolade verwendet, oder weiter verarbeitet zu Kakaobutter und Kakaopulver.

 

Photo Credits: TerezaHronová, Ghana 2012 / Christina Schröder, Ghana 2010