Start der Kampagne

19.09.2013 - 19:53

Die Make Chocolate Fair! Kampagne startete am 12. Juni 2013 - zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit. Zum Auftakt führten AktivistInnen diverse öffentliche Aktionen und Medienevents in Deutschland, Österreich und Estland durch, um auf die katastrophalen Bedingungen im Kakaoanbau und -handel aufmerksam zu machen und die Schokoladenhersteller zur Verantwortung zu ziehen.
Ausbeuterische Kinderarbeit ist in der Kakaobranche nach wie vor ein ernsthaftes Problem. In Westafrika, der Hauptanbauregion für Kakao, arbeiten noch immer etwa zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen – Hunderttausende von ihnen unter Bedingungen, die nach den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als ausbeuterisch gelten und damit verboten sind. Make Chocolate Fair! fordert das sofortige Ende dieser ausbeuterischen Kinderarbeit und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Kakaobäuerinnen und -bauern.

In Berlin ziehen AktivistInnen Schokoladenunternehmen zur Verantwortung

INKOTA-AktivistInnen prangerten in einer öffentlichen Aktion vor dem Brandenburger Tor in Berlin die globalen Ungerechtigkeiten in der Schokoladenproduktion an.  Eine riesige Waage veranschaulichte die ausbeuterischen Verhältnisse im weltweiten Kakaoanbau: Ein Kakaosack gefüllt mit einer überdimensionalen Schokoladentafel lastete schwer auf den Schultern eines Kindes, während AktivistInnen auf der anderen Seite mit vereinten Kräften die Schokoladenhersteller zur Verantwortung zogen, um so das Kind von seiner Last zu befreien. „Das Problem der Kinderarbeit ist seit Jahren bekannt. Doch sowohl die Schokoladenindustrie, als auch die Politik haben es bisher versäumt, entschlossen und effektiv dagegen vorzugehen“, so Viola Dannenmaier, INKOTA-Koordinatorin der Kampagne Make Chocolate Fair!. Über die Aktion wurde in den Medien berichtet und rbb-radioEINS führte  mit der Koordinatorin ein Interview zum Thema Kinderarbeit im Kakaoanbau.

Estland: Kreative Schreibwerkstatt und Social Media-Aktionen

Die Entwicklung und Verbreitung von Kampagnen-Slogans, die während einer Schreibwerkstatt der Initiative Loesje entwickelt wurden, läuteten den Kampagnenstart in Estland ein. Am Internationalen Tag gegen Kinderarbeit versammelten sich AktivistInnen auf der Straße, um auf die globale Ungerechtigkeit in der Kakao- und Schokoladenherstellung aufmerksam zu machen und Poster mit den Slogans an öffentlichen Plätzen in den vier Städten Tallinn, Tartu, Pärnu und Kärdla zu verteilen. Mehrere Tage in Folge forderten die CampaignerInnen außerdem dazu auf, die Webbanner mit den Slogans auf der Facebook-Seite unseres estnischen Kampagnenpartners Mondo zu teilen. Wer bei dieser Aktion mitmachte konnte bei einer Verlosung fair gehandelte Produkte gewinnen. Darüber hinaus wurden Interviews mit Passanten geführt und auf Facebook veröffentlicht. Über die Aktionen wurde in der nationalen Tageszeitung berichtet und die estnische Kampagnenkoordinatorin gab ein Radiointerview.

Öffentlichkeitswirksame Aktionen in Österreich

Der Start der Kampagne am Internationalen Tag gegen Kinderarbeit wurde in Österreich durch Events in mehreren Städten angekündigt. Eine Pressekonferenz in Wien stieß auf großes Interesse von MedienvertreterInnen, die die Brisanz des Themas und die Forderungen von Make Chocolate Fair! durch ihre Berichterstattung in die Öffentlichkeit brachten. Außerdem organisierten AktivistInnen unserer österreichischen Partnerorganisation Südwind-Agentur in verschiedenen Städten Infostände, die Interessierte über die unfairen und ausbeuterischen Bedingungen innerhalb der Kakaoproduktion aufklärten. „Unserer Kampagne wird viel Interesse sowohl von Seiten der Konsumenten als auch von den Medien entgegengebracht.  Es haben schon über 1.000 Menschen die Petition an die Schokoladenhersteller unterschrieben und damit ihre Unterstützung für unsere Forderungen signalisiert“, sagt Bernhard Zeilinger, Südwind-Koordinator für Make Chocolate Fair!.