Make Chocolate Fair!

Schokoladenproduzenten, macht eure Schokolade fair!

Unzählige Fernsehberichte, Zeitungsartikel und Studien von SozialforscherInnen legen offen, was wir alle schon länger geahnt haben: Während Schokoladenhersteller hohe Gewinne einfahren, leiden Millionen Kakaobauern und –bäuerinnen und deren ArbeiterInnen unter menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Ausbeutung von Kindern, gesundheitsschädliche Arbeit mit Pestiziden, Vernichtung von Ackerland und Gefährdung der Ernährungssouveränität vieler Bauern und Bäuerinnen sind Folgen einer ausbeuterischen Handelspolitik der Schokoladenindustrie.

Die europaweite Make Chocolate Fair! Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, diesen unfairen Machenschaften, ein für alle Mal, ein Ende zu setzen. Doch dazu brauchen wir deine Hilfe!

Äußert Euren Unmut über die unhaltbaren Zustände im Kakaoanbau und die Ausbeutung von Kakaobäuerinnen und -bauern! Fordert Schokoladenunternehmen auf, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und konkrete Schritte für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kakaoanbau zu setzen und eine nachhaltige und diversifizierte Landwirtschaft zu fördern.

Wir verlangen von den Schokoladenproduzenten:

Schokoladenunternehmen müssen ein ausreichendes Einkommen für Kleinbauern und -bäuerinnen und ihre Angestellten entsprechend den Lebenshaltungskosten ihres Landes garantieren, um ihnen und ihren Familien ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Insbesondere in Westafrika liegt das durchschnittliche Einkommen der Bauern und Bäuerinnen und ihrer ArbeiterInnen momentan weit unter der absoluten Armutsgrenze. Viele müssen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen.

Das Einkommen muss die Grundbedürfnisse der KakaoproduzentInnen und ihrer Familien decken. Zu diesen zählen eine angemessene Unterkunft, gesunde Nahrung, sauberes Trinkwasser, eine ausreichende Gesundheitsvorsorge, Bildung und die Möglichkeit Steuern und Transportkosten zu begleichen.

Ein ausreichendes Einkommen wird im Falle der Kakaobauern und -bäuerinnen durch die Bezahlung eines fairen Preises für Kakaobohnen sichergestellt. Ist dieser garantiert, ermöglicht er den KakaoproduzentInnen einen existenzsichernden Lohn an ihre ArbeiterInnen zu zahlen. Durch eine angemessene Bezahlung können sie außerdem auf Kinderarbeit in der Kakaoproduktion verzichten und Eltern können schulbezogene Kosten für ihre Kinder zahlen.

Schokoladenunternehmen müssen die Einhaltung der Menschenrechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen innerhalb der Kakao- und Schokoladenproduktion ohne Einschränkungen gewährleisten, indem sie die international anerkannten Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) sowie die Konventionen der Internationen Arbeitsorganisation (ILO) respektieren und aktiv umsetzen.

Allein in der Elfenbeinküste und in Ghana arbeiten fast zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen, hunderttausende davon unter Bedingungen, die nach internationalen Standards verboten sind.

Aufgrund dieser gravierenden Missstände in der Kakaoproduktion fordern wir von den Schokoladenunternehmen die uneingeschränkte Einhaltung des Verbots von Kinderarbeit gemäß der ILO-Konventionen 182 und 138 in ihrer Zuliefererkette.

Schokoladenunternehmen müssen zur Umsetzung der obenstehenden Forderungen ein unabhängiges Zertifizierungssystem und ein externes Monitoring in ihrer Produktion anwenden, um die Einhaltung der sozialen und ökologischen Standards zu garantieren. Da der Anteil zertifizierter Schokoladenprodukte in der Gesamtproduktion immer noch sehr gering ist, müssen Schokoladenproduzenten ihren Erwerb von zertifiziertem Kakao substantiell erhöhen. Dabei muss mittelfristig ihr gesamtes Sortiment kakaohaltiger Produkte an den Standards des Fairen Handels ausgerichtet und von anerkannten Organisationen zertifiziert werden.

Schokoladenunternehmen müssen zum Erhalt eines intakten Ökosystems und zum Klimaschutz sowie zu einer guten Wasser- und Bodenqualität beitragen, indem sie eine nachhaltige Kakaoproduktion fördern. Außerdem müssen sie das Wissen und die Fähigkeiten von Kleinbauern und -bäuerinnen zur landwirtschaftlichen Diversifizierung stärken, da diese eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Lebenssituation von KakaoproduzentInnen spielt.

Der Anbau und Handel diverser Agrarprodukte stabilisiert das Einkommen der Bauern und Bäuerinnen und ihrer ArbeiterInnen, da so die Abhängigkeit von dem Anbau von Kakaobohnen verringert wird.

Die Kultivierung verschiedener Nutzpflanzen bietet Schutz vor Wetterextremen, fängt die negativen Effekte großer Preisschwankungen auf und stärkt die Ernährungssicherheit des jeweiligen Landes. Schokoladenunternehmen müssen zur Gewährleistung von Nachhaltigkeit und Diversifizierung regelmäßige Schulungen der KakaoproduzentInnen sicherstellen.

* Pflichtfeld

A great success: Chocolate industry responds to the demands by Make Chocolate Fair!

Sabine Nafziger, Secretary General of CAOBISCO, received the signatures and declared that chocolate manufacturers will contribute to a living income calculation for cocoa farmers. Thereby the European chocolate industry responds to one of the most central demands, which the campaign Make Chocolate Fair! has been pressuring for during the past two years. The campaign views such a calculation as a crucial first step so that cocoa farmers will receive a fair price for their cocoa in the future.

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MCF activists handing over the petition signatures