Neue Studie zur Situation am Schokoladenmarkt veröffentlicht

10.03.2015 - 13:52

Cocoa Barometer belegt akute Armutsgefährdung von Kakaobäuerinnen und –bauern!

Das europäische NGO Netzwerk VOICE hat mit März 2015 die umfangreichste Analyse des Schokoladenmarktes abgeschlossen. Die Ergebnisse haben Eingang in den soeben erschienen `Cocoa Barometer 2015´ gefunden. Er bietet Antworten auf die brennendsten Fragen: Was verdient ein Kakaobauer aktuell und wieviel müsste sein Verdienst sein, bezogen auf die steigenden Produktionskosten, um nicht in Armut leben zu müssen? Wie wirkt sich die Marktmacht der Konzerne auf das Preisgefüge aus? Was unternehmen Produktionsländer im Kampf gegen Kinderarbeit? Können Programme für Nachhaltigen Kakaoanbau, wie UTZ und Rainforest Alliance, oder für Fairen Handel, wie FAIRTRADE, die Probleme der Kakaobauern nachhaltig lösen? Ausgehend von den Kernbefunden fordern die NGOs des VOICE Netzwerkes eine fundamentale Reform des Sektors, aufbauend auf drei konkreten Vorschlägen.

Die erhobenen Zahlen sind schockierend und übertreffen die Befürchtungen bei Weitem.

Über Zwei Drittel der Kakaobäuerinnen und –bauern müssen weit unter der absoluten Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar/Tag leben.
In den Hauptanbauländern Ghana beträgt das Tageseinkommen sogar nur 0,84 USD/Tag und in der Elfenbeinküste 0,50 USD/Tag.

Einer der Hauptgründe für die Verarmung der Kakaobauern ist die äusserst unfaire Verteilung der Wertschöpfung und Marktmacht im Schokolademarkt.
Fusionen und Übernahmen haben dazu geführt, dass heute ein paar wenige Grosskonzerne bis zu 80 Prozent der Wertschöpfungskette kontrollieren.
Schokoladeproduzenten (wie Nestlé, Mars, Ferrero und Mondelez), Kakaoverarbeiter (wie Barry Callebaut und Cargill) und Detailhändler teilen sich den Kuchen auf.
Für die ungenügend organisierten Bäuerinnen und -bauern bleiben kaum ausreichend Mittel um das Überleben zu sichern übrig.

Die meisten Nachhaltigkeitsbemühungen der Industrie fokussieren auf eine Steigerung der Produktivität. Die Erhöhung der Ernteerträge muss aber zwingend mit diversifiziertem Anbau, besserer Infrastruktur und vor allem höheren Preisen für die Kakaoanbauenden einher gehen.

Die Ergebnisse und weitere Fakten zu den Problemen im Kakaoanbau und Entwicklungen im Schokolademarkt stehen zum
download zur Verfügung unter: http://www.cocoabarometer.org