Filmvorführung und Round-Table Diskussion Mo. 16. Dezember 2013, 19:30 Uhr, Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien: "Wie steht es um die Mitverantwortung für Mißstände in der Kakaoproduktion?"

11.12.2013 - 13:12

Filmvorführung von „Schmutzige Schokolade I+II“ zu Kindersklaven in der Kakaoproduktion mit anschließender Round-Table Diskussion mit MEP Ulrike Lunacek, Karin Lukas vom Ludwig Boltzmann Institut f. Menschenrechte und Bernhard Zeilinger, Leiter der Make Chocolate Fair! Kampagne

Wien – In jedem Stück Schokolade, das wir essen, steckt Kakao. Knapp 70 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion stammen aus Westafrika. Doch auf den dortigen Kakaofarmen kommt es zu menschenunwürdigen Lebensbedingungen, Armut und Ausbeutung von über 200.000 Kindern. Insbesondere in der Elfenbeinküste werden Kinder aus Burkina Faso und Mali von Menschenhändlern verkauft um als billige Arbeitskräfte auf Kakaoplantagen zu schuften.
Im Rahmen unserer Aktionstage „Schokolade Fair machen“ zeigen wir die schockierende Doku über den Einsatz und Umgang mit Kindersklaven auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste. Mit Teil 1 der Dokuserie „Schmutzige Schokolade“ macht der Journalist und Regisseur Miki Mistrati viele Menschen zu Zeugen über die Folgen ausbeuterischer Handelspolitik großer Schokoladenkonzerne. Viele Hersteller haben in Reaktion auf den Film und aufgrund großen Drucks von KonsumentInnen Besserung versprochen. Was 2 Jahre später von diesen Versprechungen umgesetzt worden ist, zeigt Teil 2.

Was kann ich als KonsumentIn und als BürgerIn tun, um die Ausbeutung von Kindern in der Kakaoproduktion zu verhindern? Welche Mitverantwortung tragen heimische Schokoladeproduzenten? Welche politischen Rahmenbedingungen sind notwendig? Diese und weitere Fragen werden im Anschluss von ExpertInnen diskutiert. Die ExpertInnen stehen gerne auch für Interviews zur Verfügung.

Ulrike Lunacek: Abgeordnete zum EU Parlament und Vizepräsidentin und außenpolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion:
„Als größter Konsument von Kakaoimporten hat die EU eine besondere Verantwortung für die Produktionsbedingungen von Kakaobohnen in Westafrika und Südamerika. Viele Kakaobäuerinnen und -bauern sowie LandarbeiterInnen in diesem Bereich leiden unter Armut und überholten Anbau- und Erntetechniken.“
„Die im März 2012 vom Europaparlament mit großer Mehrheit angenommenen zwei Resolutionen fordern faire Preise und einen gerechten Anteil an den Profiten für die Kakao-ErzeugerInnen sowie massive Schritte gegen Kinderzwangsarbeit in diesem Sektor.“

Karin Lukas: Senior Researcher am Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, Mitglied des Europäischen Sozialausschusses beim Europarat. Konsulentin u.a. für das UNO Entwicklungsprogramm, Außenministerium und öst. Entwicklungsagentur. (Veröffentlichungen u.a.: Labour Rights In Global Production Networks, 2013)

Bernhard Zeilinger: Südwind Agentur, Leiter der Make Chocolate Fair! Kampagne